Offizielle Stellungnahme des Climax zu den aktuellen Vorwürfen vom Kollektiv Basszendent und Jona
Erst einmal ein riesiges Dankeschön! Das Team und ich bedanken uns von ganzem Herzen für die vielen aufmunternden Mails, Nachrichten und Kommentare der letzten Tage. Es tut unglaublich gut, die Stimmen von Leuten zu hören, die in dieser Nacht vor Ort waren und die Sache in ein völlig anderes Licht rücken. Aber nicht nur das: Auch unzählige Menschen, die nicht vor Ort waren, haben sich gemeldet und uns in eigentlich allen Punkten den Rücken gestärkt. Den absurden Vorwurf der Queerfeindlichkeit haben sie klar verneint – und auch unsere (u. a. schwulen) Gäste empfinden das als schlichtweg lächerlich.
Da sich die Anschuldigungen gerade am Anfang immer wieder geändert haben und die Gegenseite die Kommentarfunktionen praktischerweise einschränkt, sobald Gegenwind aufkommt, hier nun unser offizielles Statement auf der Climax-Seite zu den Fakten:
1. Ignoranz statt „Mansplaining“
Jona hat an dem Abend schlichtweg ALLE ignoriert. Erst einen unseren Haustechniker, dann einen anwesenden DJ und Sounddesigner und zum Schluss mich. Besagter Sounddesigner arbeitet zwar nicht als Techniker bei uns im Club, ist aber ein absoluter Experte, der unsere Anlage u.a. federführend eingemessen hat – er ist also wirklich vom Fach. Er war es auch, der mich überhaupt erst dazu aufgefordert hat, den DJ dazu anzuhalten, lauter zu machen, weil er selbst genug davon hatte, von dieser Person schlichtweg ignoriert und abgefertigt zu werden. Es ging also nicht um den „Ton“ oder darum, jemanden zu bedrängen. Die Diva fühlte sich schlicht von uns allen in ihrer Selbstinszenierung gestört.
2. Ein geplantes Schauspiel und Nothilfe
Das Set war von 1:00 Uhr bis 3:00 Uhr angesetzt. Dass das Set dann um 2:45 Uhr – also exakt 15 Minuten vor Schluss – „abrupt“ und wahnsinnig theatralisch abgebrochen wurde, spricht für sich. Jona schreibt in seinem eigenen Statement ja sogar, dass er sich genau vorgenommen hatte, in einer solchen Situation so zu handeln. Es war also offensichtlich ein geplantes Schauspiel. Er hat den Eindruck vermittelt, abbrechen zu wollen, woraufhin ich meinen USB-Stick zückte. Als er dann tatsächlich aufhörte und den Kopfhörer zur Seite legte, habe ich final eingesteckt. Das war keine feindliche Übernahme, das war schlichtweg Nothilfe für den Dancefloor.
3. Der versuchte Shitstorm und die 5 Minuten Fame
Wenn in den Statements behauptet wird, das „gesamte Kollektiv“ habe den Club aus Solidarität verlassen, reden wir hier faktisch von weniger als 10 Personen. Auf der Tanzfläche waren es am Ende 4 tanzende Leute aus dieser Bubble. Aber man muss Jona lassen: Sein Post hat ihm definitiv endlich seine 5 Minuten Fame gebracht und war damit im Netz sehr viel erfolgreicher als die Veranstaltung selbst, die an dem Abend sehr schwach besucht war. Zwar schien diese Aktion ganz am Anfang für ihn im Netz zu zünden, aber spätestens seit meiner ersten Gegendarstellung auf Instagram hat sich der Wind sofort gedreht – nach meinem Eindruck überall.
4. Die Instrumentalisierung der Queeren Szene
Was mich aber am meisten wütend macht: Hier wird eine sachliche, rein technische Diskussion plötzlich in eine FLINTA- und Queer-Diskussion umgedreht, obwohl das NIEMALS ein Thema war! Wer das Climax kennt, weiß: Wir waren mit die ersten in Stuttgart, die Safe Spaces für die queere Community geschaffen haben. Die Rassismus- und Diskriminierungskeule nun reflexartig auszupacken, um das eigene Ego zu pushen und Aufmerksamkeit abzugreifen, ist unterste Schublade. Damit wird eine ganze Szene für einen Wichtigtuer instrumentalisiert und missbraucht.
5. Die Medien & Die Bubble
Es ist bezeichnend, wie hier vorgegangen wird. Die Kommentarfunktion auf Insta wird einfach eingeschränkt, sobald Leute jenseits der eigenen Bubble eine andere Meinung äußern. Mehr noch: Andersdenkenden wurde sogar mit dem Löschen ihrer Kommentare gedroht. Wer nicht für sie ist, ist automatisch gegen sie. Das Faze Magazin hatte einen Artikel dazu veröffentlicht, ihn aber schnell wieder offline gestellt, nachdem sehr viele kritische Stimmen aufgetaucht sind. Die Stuttgarter Zeitung hat glücklicherweise einen positiv und neutral empfundenen Artikel dazu gebracht. Man versucht hier exakt das gleiche Spielchen wie damals beim Club White Noise: Eine konzertierte Aktion im Netz, um Existenzen zu schädigen. Aber das Schöne ist: Dieses Mal wurden sie unter anderem nach vielfachen Nachfragen und Hinweisen offensichtlich durchschaut.
Fazit:
Ja, ich bin ein absoluter Technikfreak und Perfektionist, wenn es um den Sound in meinem Laden geht. Dabei bin ich in der Sache sicher auch mal sehr direkt, aber ich lege immer großen Wert auf ein faires und ehrliches Miteinander und faktenbasierten technischen Austausch. Ich würde mir wünschen, dass dieses allgemeine Schwarz-Weiß-Denken endlich endet und andere Standpunkte wieder akzeptiert werden, auch wenn sie dem eigenen widersprechen.
Und noch ein abschließendes Wort zum geforderten Boykott gegen uns: Ich hoffe inständig, dass all diejenigen, die diesen Boykottaufruf durch entsprechende Statements oder zustimmende Daumen im Netz gutheißen, dies nun auch in aller Konsequenz umsetzen und nicht mehr ins Climax kommen. Ich möchte diesen Menschen in meinem Laden wirklich nicht mehr begegnen – was ja bei ein wenig Konsequenz auch absolut kein Problem darstellen sollte.
Danke an alle, die uns den Rücken stärken. Wir sehen uns im Climax.
Michael Gottschalk





